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Drucken 07-09-2017 | Markt & Trend | Verschiedenes

Inflationsgetriebenes Wachstum in Deutschland

Interessante Zahlen zur Umsatz- und Preisentwicklung zeigt Nielsen für das 2. Quartal 2017. Dabei geht das Wachstum bei Gütern des täglichen Bedarfs in Deutschland von guten 2,3% leider nicht auf höheren Konsum, sondern auf Preiserhöhungen zurück. Das ist ein deprimierendes Zeichen für die Konsumenten in Deutschland. Im Vergleich der 5 größten Volkswirtschaften der EU schneidet nur UK noch schlechter ab, deren Preisentwicklung sogar über der Umsatzentwicklung liegt. (Siehe Grafik.) Die Zahlen für Frankreich, Italien und Spanien signalisieren dagegen ein reales Konsumwachstum. (Red. R.Willing)


Hier lesen Sie den Nielsen-Bericht:


SCHNELLSTES WACHSTUM IM LEBENSMITTELMARKT IN EUROPA SEIT DREI JAHREN
 Preisinflation von 2,0 Prozent
 Deutschland mit 2,3 Prozent Wachstum
 Türkei wächst am stärksten
Frankfurt, 05. September 2017 – Der Umsatz von Verbrauchsgütern des täglichen Bedarfs (sog. FMCG-Produkte, „Fast Moving Consumer Goods" wie Lebensmittel, Getränke und Hygieneartikel) ist im zweiten Quartal 2017 um 3,7 Prozent auf das höchste Niveau seit drei Jahren angestiegen. Dies zeigen die aktuellen Zahlen von Nielsen, einem globalen Performance Management Unternehmen, das Informationen und Erkenntnisse zum Medien- und Konsumverhalten von Verbrauchern liefert.

Nielsen-Daten zum Lebensmitteleinzelhandel in 21 europäischen Ländern zeigen, dass sich der Umsatz für FMCG-Produkte in Europa um 3,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr erhöhte. Die Menge entwickelte sich positiv (+1,7%), allerdings waren steigende Preise zu verzeichnen (+2,0%).
,,Dieser stärkere FMCG-Markt in ganz Europa spiegelt vier Schlüsselfaktoren wider", sagt Fred Hogen, Director Retailer Services bei Nielsen in Deutschland. ,,Die Verbesserung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, vor allem in Frankreich und Spanien, die sinkende Arbeitslosigkeit in einer Reihe von Ländern, das seit Jahren steigende Verbrauchervertrauen – sogar diesmal auf Höchstniveau - und die gleichbleibende Inflation. Das Timing von Ostern spielte auch eine kleine Rolle, aber momentan stehen die Zeichen auf grün."

Entwicklungen im zweiten Quartal
Das höchste Wachstum unter den 21 betrachteten Ländern konnte erneut die Türkei mit einem Plus von 14,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr erreichen, gefolgt von der Slowakei (+9,3%) und Österreich (+6,7%). Die Schweiz (-0,7%), Dänemark (+1,2%) und Griechenland (+1,9%) verzeichneten das geringste Wachstum.

Betrachtet man die fünf großen westeuropäischen Märkte, so liegt Italien an der Spitze (+4,0%), gefolgt von Frankreich (+3,2%). Deutschland verzeichnete in dieser Gruppe mit +2,3 Prozent das niedrigste Wachstum und das fünft niedrigste unter allen 21 Ländern.

,,Mit dem prognostizierten BIP-Wachstum in ganz Europa von rund 1,75 Prozent im Jahr 2017 und der Annahme, dass wir keine großen politischen oder wirtschaftlichen Überraschungen erleben werden, sind die Aussichten für den Lebensmittelmarkt für den Rest des Jahres positiv. Wir erwarten eine Fortsetzung der Umsatzerholung in Südeuropa und des Mengenwachstums in Nordeuropa", so Hogen.

Die Studie können Sie hier herunterladen: http://www.nielsen.com/de/de/insights/reports/2017/growthreporter-q2-2017.html