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Drucken 12-02-2017 | Marktentwicklung | Hotelgewerbe

Bremerhaven nutzt die stark steigende Beliebtheit als Reiseziel zur Stärkung der mittelständischen Hotelstruktur

Die Zahl der Übernachtungen nimmt deutlich stärker zu als im Bundesdurchschnitt / Höhere Attraktivität durch neue kulturelle und touristische Angebote / Positive Noten für Stadt und Wirtschaftsförderung

Bremerhaven / Hamburg, 09.02.2017 – Bremerhaven wird als Reiseziel immer begehrter. Die Zahl der Übernachtungen hat sich in den vergangenen 20 Jahren mehr als verdoppelt. Für diesen Bedarf ist die Stadt mit ihrer Hotelstruktur bestens gerüstet. Das sind die zentralen Ergebnisse einer Hotelbedarfsanalyse, die das Moses Mendelssohn Institut aus Hamburg im Auftrag der Bremerhavener Gesellschaft für Investitionsförderung und Stadtentwicklung mbH durchgeführt hat. „Die Zunahme der Übernachtungszahlen um 131,4 Prozent seit 1995 ist in Bremerhaven fast drei Mal so hoch wie bei der bundesweiten Entwicklung von 46,4 Prozent", erläutert Dr. Stefan Brauckmann, Direktor des Moses Mendelssohn Instituts: „Auch im Vergleich zur Steigerung von 85,8 Prozent in anderen vergleichbaren Großstädten bis 500.000 Einwohnern ist das deutlich über dem Mittelwert."

Diese stark steigende Beliebtheit Bremerhavens als Reiseziel geht in der Seestadt einher mit einer Stärkung der mittelständischen Hotelstruktur. Der Marktanteil der mittelgroßen Hotelbetriebe mit 30 bis 100 Betten stieg zwischen 2006 und 2014 von 12,1 Prozent auf mehr als 30 Prozent. „Damit ist es den Entscheidern gelungen, eine Besonderheit Bremerhavens nicht nur zu bewahren, sondern zu stärken: die solide, mittelständische Hotelstruktur mit einem hohen Anteil an Privathotels", so Experte Dr. Brauckmann. Grund für diese positive Bilanz ist die bedarfsgerechte Hotelentwicklungsstrategie von Stadt und Wirtschaftsförderung. Die Zahl der Betten nahm seit 1998 von 1.255 auf 2.199 zu. „Das passte gut zur steigenden Attraktivität als Reiseziel", so Dr. Brauckmann: „Deutliche Überkapazitäten konnten vermieden und das Angebot weiter diversifiziert werden. In kaum einer norddeutschen Stadt vergleichbarer Größe sind der Anteil von Neubauhotels und die Vielfalt der Angebote so hoch. Diese reichen vom Hostel bis zum gehobenen Kongresshotel, von der inhabergeführten kleinen Pension bis zum Hotel für Langzeitaufenthalte."

Auch die bevorstehenden Eröffnungen des hochklassigen Liberty Hotels am Auswandererhaus sowie eines Budgethotels der internationalen Marke B&B kann als bedarfsgerecht bezeichnet werden, wenn die hohe Nachfrage von Reisegästen aus Deutschland weiter steigt. Dr. Brauckmann: „Neben der Küstennähe lockten in den vergangenen Jahren die neuen Angebote und Ausstellungen in den ´Havenwelten' sowie der Kreuzfahrtourismus vor allem inländische Touristen. Weitere Bettennachfrage entsteht durch die wirtschaftliche Erholung einiger Großbetriebe sowie der wachsenden Wissenschaftslandschaft." Als Folge sank der Anteil internationaler Gäste auf 13,2 Prozent und damit unter den Bundesschnitt. Hier gibt es künftig bestimmt noch Verbesserungspotential, zumal sich in den vergangenen zehn Jahren die Zahl der Gäste aus Skandinavien, den USA und Großbritannien signifikant verringert hat. Brauckmann: „Wenn es gelingt auch diesen Bereich des internationalen Tourismus wieder zu stärken, lohnt ab 2020 eine neue Bedarfsprüfung für den Aus- und Neubau von Hotels."

Über das Moses Mendelssohn Institut:
Das Moses Mendelssohn Institut (MMI) ist 2016 als GmbH gegründet worden. Alleinige Gesellschafterin ist die Moses Mendelssohn Stiftung. Der Hauptsitz befindet sich in Berlin mit Zweigstelle in Hamburg. Gegenstand des Unternehmens ist die Erstellung und Publikation von Gutachten sowie Studien zur Förderung wissenschaftlicher und kultureller Zwecke; hierbei insbesondere in den Forschungsgebieten der Stadt- und Regionalentwicklung, der Baugeschichte und des Denkmalschutzes, der Tourismus- und Verkehrswissenschaften sowie zur Analyse des gesellschaftlichen Wandels. Zu finden im Internet unter: http://www.moses-mendelssohn-institut.de

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