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Drucken 02-11-2022 | Konjunktur

Mit dem Kopf durch die Wand

Die US-Notenbank hat den Leitzins entgegen aller Warnungen nochmals um 75 Basispunkte auf 4,0% erhöht. Sie treibt damit junge Hauseigentümer in den Ruin, ähnlich wie es 2008 der Fall war. Hier wird dem schwächeren Teil der Verbraucher die Kaufkraft durch Inflation plus höhere Zinsen auf Anschaffungskredite und Hypotheken entzogen. Und wofür? Das ist ja das Unverständliche: für nix und wieder nix. Denn die Inflation hat ihren Ursprung nicht in den USA. Und deshalb kann sie von den USA auch nicht erfolgreich bekämpft werden. Die Inflation ist ein globales Problem, dem die Globalisierung die Basis bereitete: Lockdowns, Produktionsausfälle, Lieferengpässe, Kostensteigerungen, ja auch Boykotts, Ein- und Ausfuhrbeschränkungen mit der  politisch motivierten Verknappung von Energie und Rohstoffen, sind die wahren Gründe der Inflation. Und schließlich auch: weil die Gelegenheit günstig ist und bestimmte Branchen, die unter nicht ausreichender Umsatzrendite litten, jetzt die Endverbraucherpreise stärker anheben. Das wird der Wettbewerb aber wieder korrigieren.

Das Verhalten der US-Fed hat auch negativen Einfluss auf die Entscheidungen der EZB, die darauf achten muss, dass EURO und USD nicht zu weit auseinanderdriften. Damit sind auch wir von der fragwürdigen Zinspolitik der US-Fed unmittelbar betroffen.

Redakteur R.Willing