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Drucken 06-11-2022 | Markt & Trend | Konjunktur | Tipps & Tricks | Staat und Gesellschaft

Wie geht es weiter mit den Energiekosten

Die Energiekosten sind für das Gastgewerbe seit dem Frühjahr 2022 dramatisch gestiegen. Leider kann man jetzt aber auch nicht davon ausgehen, dass der Einkaufspreis für sich allein das Problem ist. Hinzu kommt die Unsicherheit, ob eine kontinuierliche Versorgung, an die wir uns alle gewöhnt haben, überhaupt aufrecht erhalten werden kann. Kein Wellness-Hotel mag seinen Gästen in der Wintersaison vor die Tatsache stellen müssen, dass Sauna und Schwimmbad außer Betrieb sind.Herausfordernde Entscheidungen stehen an für Gastronomie und Hotellerie. Viele haben sie schon getroffen. Unsichere Rahmenbedingungen zu der weiteren Entwicklung der Öl-, Gas- und Strompreise dürften aber viele veranlaßt haben abzuwarten. Diese Positionierung hat durchaus seine Berechtigung. Die Entwicklung des Preises für Erdgas im letzten Quartal ist ein eindrucksvoller Beleg dafür. Sind die Preise für Erdgas von März bis August dramatisch gestiegen, so sind sie danach bis heute dramatisch, nämlich um etwa die Hälfte wieder gefallen. 

Wer eine hohe Investition in das Frühjahr verschieben will, muss zumindest den richtigen Zeitpunkt für seine aktuelle Gas- oder Heizölbevorratung treffen wollen.

Die Erfahrung mit weltbewegenden Ereignissen lehrt, dass die emotionale Erstreaktion häufig nicht den langfristigen Folgen angemessen ist. Zur Frage ob Öl oder Gas jetzt einzukaufen der richtige Zeitpunkt ist, muss jeder Entscheider abwägen, welche Erwartungen kurzfristig zu berücksichtigen sind.

Im BusinessInsider war gestern eine angeblich von "Financial Times" verbreitete Meldung zu lesen: "Zahlreiche Flüssigerdgas-Tanker stehen vor der europäischen Küste still, um auf höhere Preise zu warten" Wenn an dieser Meldung überhaupt etwas daran ist, dann spricht dies nicht für höhere Preise. 
Fakt ist wohl, dass sich sehr viele Anbieter, vornehmlich aus USA auf den Deutschen Markt kapriziert haben. Wir werden deshalb in den nächsten Wochen auf den Bestandsabbau in den Gasspeichern in Relation zu den Wetterdaten in Deutschland zu achten haben. Wenn wir keinen dramatischen Abbau in den Speichern feststellen, können wir den Gaspreisen vorerst gelassen entgegensehen.

Anders sieht es dagegen beim Öl aus. Hier sind weitere Preissteigerungen zu erwarten, wenn die Konjunktur nicht noch drastischer einbricht. Dies wird aber derzeit nicht erwartet, auch wenn die Leitzinsentscheidungen der Fed die Märkte weiterhin irritieren.

Wir berichten täglich auf unserer Startseite über die "Gas-Lage", denn sie interessiert eben auch Gastronom und Hotelier!

Redaktion gastronomie.de, R.Willing