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Drucken 21-01-2023 | Staat und Gesellschaft

Der Streit um Panzerlieferungen an die Ukraine

Kakophonie unseres politischen Personals

Der verbale Streit  des politischen Führungspersonals um die Lieferung der Kampfpanzer Leopard in die Ukraine ist unsachlich, provozierend, besserwisserisch und vermittelt zudem ein völlig falsches Bild von unseren Bemühungen, der Ukraine zum Frieden zu verhelfen.  Das ist Alles Andere als hilfreich. Der Kanzler muss sich zum Vorwurf machen lassen, dass er seinen Laden nicht im Griff hat.

Heute morgen im DLF wurde der ehemalige Botschafter der Ukraine Herr Melnyk gefragt, wie die militärische Unterstützung Deutschlands wohl aussehen müßte. "Jede Menge Kampfpanzer Leopard." Und dann? "Ja Flugzeuge auch." Und dann? "Kriegsschiffe wären auch gut." Er kann nicht wissen, ob wir das überhaupt leisten können. Aber er weiß offenbar mehr als Frau Strack-Zimmermann.

Dass eine Repräsentantin der Regierungskoalition der eigenen Regierung, ja Deutschland insgesamt VERSAGEN vorwirft, wäre allenfalls akzeptabel, wenn dafür eine einleuchtende Begründung geliefert wird. Genau diese bleibt die vorlaute Dame aber schuldig. Die selbsternannte Militärstrategin Strack-Zimmermann enttarnt sich und ihr Halbwissen als unglaublich fahrlässigen, ja gefährlichen Beitrag zur überaus schwierigen Lage der Außen- und Verteidigungspolitik. Da muss man sich nicht wundern, wenn Melnyck Forderungen nach Kampfflugzeugen und Kriegsschiffen formuliert. Aber er hat wenigstens eine Vorstellung, wo wir enden können: im totalen Krieg mit Russland.

Liebe Leser, das ist keine Phantasterei, sondern ein Szenario von dem ich erwarte, dass Politik dies in seinen Äußerungen berücksichtigt. Krieg ist kein Wunschkonzert, sondern der Ernstfall schlechthin, und zwar mit Open End. Dabei macht sich Strack-Zimmermann nicht einmal die Mühe der Öffentlichkeit zu erläutern, wie die Lieferung von Kampfpanzern dem Frieden dienen können. Oder wieviel Kampfpanzer nötig wären, um die aktuellen Kriegsziele der Ukraine zu erreichen. Die militärische Begründung, warum der Einsatz von wieviel (?) Kampfpanzern Leopard entlang einer Landesgrenze von etwa 2.500 KM zwischen Ukraine und Russland/Weissrussland erforderlich sind, um diese Grenze wirkungsvoll verteidigen zu können, bleibt die Politik schuldig, weil sie keine Ahnung hat. Lamentierende Amateure können wir in der Verantwortung für die Staatsführung aber nicht gebrauchen.

Redaktion Rainer Willing