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Drucken 18-07-2017 | Markt & Trend

EU-Konsumklima bleibt freundlich

Nürnberg, 18. Juli 2017 – Die positive Stimmung der europäischen Verbraucher hat sich auch im zweiten Quartal 2017 fortgesetzt. Nach dem Neunjahreshoch zu Beginn des Jahres blieb das Konsumklima für die EU 28 auf hohem Niveau und schloss Ende Juni bei 19,1 Punkten. Insgesamt zeigen die Ergebnisse der GfK-Konsumklimastudie für Europa im zweiten Quartal 2017 ein gemischtes Bild.
Erneut gab es große Unterschiede in Bezug auf die drei Indikatoren Konjunktur- und Einkommenserwartung sowie Anschaffungsneigung: Während Deutschland und Frankreich Höchststände verzeichneten, kühlte sich die Verbraucherlaune in einigen osteuropäischen Staaten wie Polen und Tschechien etwas ab. GfK-Konsumexperte Rolf Bürkl: „Auffällig in diesem zweiten Quartal war unter anderem der ‚Macron-Effekt' in Frankreich, der die Stimmung der Franzosen deutlich beflügelt hat. Die britischen Verbraucher blicken offenbar mit Skepsis auf die Brexit-Verhandlungen, was sich in schwachen Indikatoren widerspiegelt. Zu den Gewinnern in diesem Quartal zählen unter anderem Spanien und Portugal, wo die Verbraucher aufgrund der sich weiter erholenden Wirtschaft wieder zuversichtlicher gestimmt sind."

Deutschland: Konjunkturerwartung auf Drei-Jahres-Hoch
Die Konjunkturerwartung der deutschen Verbraucher ist im zweiten Quartal dieses Jahres auf den höchsten Stand seit drei Jahren gestiegen. Der Indikator erreichte Ende Juni 41,3 Punkte. Zuletzt wurde im Juli 2014 mit 45,9 Zählern ein höherer Wert gemessen. Allen Risiken zum Trotz – wie mögliche Handelsbeschränkungen der US-Regierung und die beginnenden Brexit-Verhandlungen – ist der Konjunkturoptimismus der Deutschen weiterhin ungebrochen.
Dank sehr guter Aussichten auf dem deutschen Arbeitsmarkt legte auch die Einkommenserwartung im Juni weiter zu. Mit einem kräftigen Anstieg von 16,8 Zählern gegenüber Ende März kletterte der Indikator mit 60,2 Punkten auf einen neuen Höchststand seit der deutschen Wiedervereinigung. Noch nie wurde seit Beginn der Erhebung in Gesamtdeutschland im Jahr 1991 ein besserer Wert gemessen.
Auch die Anschaffungsneigung der Deutschen hat ihr exzellentes Niveau behauptet. Der Indikator legte 2,4 Zähler gegenüber dem Ende des vorherigen Quartals bzw. 3,5 Zähler im Vergleich zum Stand vor einem Jahr zu und wies Ende Juni 57,9 Punkte auf. Der überaus stabile Arbeitsmarkt ist der wesentliche Grund für die sehr gute Konsumneigung.
Frankreich: Macron-Euphorie sorgt für Anstieg aller Indikatoren
Der klare Wahlsieg Emmanuel Macrons hat die Konjunkturerwartung der Franzosen beflügelt: Im Juni stieg der Indikator mit 49,1 Punkten auf den höchsten Stand seit Beginn der Erhebungen im Jahr 1986. Gegenüber dem Stand vor einem Jahr legte er damit um 48,6 Zähler zu; im Vergleich zum Ende des ersten Quartals 2017 bedeutet dies einen Zuwachs um 37,9 Zähler. Offenbar trauen die Franzosen ihrem neuen Präsidenten zu, für eine deutliche Erholung der heimischen Wirtschaft zu sorgen.
Auch die Einkommenserwartung der Franzosen konnte unter dem Eindruck des Wahlsiegs von Macron den negativen Wertebereich verlassen und stieg Ende Juni auf 2,7 Punkte. Dies ist ein deutlicher Anstieg um 15,7 Zähler gegenüber dem Vorjahreswert und ein Plus von 13,6 Zählern ge-genüber dem Ende des ersten Quartals dieses Jahres.
Ein ähnliches Bild zeigte die Entwicklung der Anschaffungsneigung in Frankreich. Während sie zum Ende des ersten Quartals noch bei 8,4 Punk-ten lag, kletterte der Indikator bis Ende Juni auf 25,5 Punkte – der höchste Stand seit April 2001. Gegenüber dem Vorjahr ist dies ein Anstieg um 23,5 Zähler.

Österreich: Konjunkturerwartung legt deutlich zu
Der positive Trend der Konjunkturerwartung hat sich auch im zweiten Quar-tal dieses Jahres fortgesetzt. Der Indikator stieg gegenüber Ende März um 7,4 Zähler auf 18,7 Punkte. Der kräftige Anstieg im Vergleich zum Vorjahr um 26,8 Zähler belegt, dass die österreichischen Verbraucher zunehmend optimistisch auf die Entwicklung ihrer Wirtschaft blicken.
Noch deutlicher spiegelt sich der Optimismus der Österreicher beim Blick auf die Einkommenserwartung wider. Gegenüber dem Ende des ersten Quartals stieg der entsprechende Indikator zur Mitte des Jahres deutlich auf 30,6 Punkte – ein Plus von fast 18 Zählern. Allerdings war die Einkom-menserwartung vor einem Jahr auf ähnlich hohem Niveau, als 28 Punkte gemessen worden waren.
Einen leichten Anstieg gegenüber den ersten drei Monaten des Jahres verzeichnete auch die Anschaffungsneigung. Der entsprechende Indikator legte bis Ende Juni fast vier Zähler auf 22,8 Punkte zu. Damit wurde in etwa wieder das Vorjahresniveau erreicht.

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(Auszug aus der Meldung der GfK vom 18.7.2017)