gastronomie.de - make life taste better

Drucken 23-11-2025 | Krieg + Gewalt

Trumps Ultimatum an Kiew

Kerken, den 23.11.2025 

Es gibt kaum Jemand, der dem US-Präsidenten gesunden Menschenverstand oder gar ein ausgeprägtes Gerechtigkeitsgefühl unterstellen würde. Jedenfalls nicht in Europa. Und in den Vereinigten Staaten wenden sich auch immer mehr Republikaner von ihm ab. 

Sein Ultimatum an Selenskij, innerhalb einer Woche einen "Friedensplan" mit Russland zu unterzeichnen, der keinen Frieden meint, sondern für Russland günstigste Voraussetzunen bietet, den Vernichtungsfeldzug gegen die Ukraine in der Zukunft fortzusetzen.  Dieser "Friedensplan" ist perfide, weil er jedes menschliche Gefühl für Gerechtigkeit und Fairness mit Füssen tritt.

Ich weigere mich aber noch immer hartnäckig daran zu glauben, dass unser Vertrauen an die demokratischen und humanistischen Grundtugenden der USA nach 80 Jahren vom ersten Repräsentanten der USA dem Präsidenten selbst einfach so wie eine lästige Pflichtübung zertrampelt wird. 

Ich persönlich hege keine Sympathien, weder für die russische Oligarchie, noch für die ukrainische Oligarchie.  Ich empfinde es als apokalyptisches Drama, dass just zu einer der größten Bedrohungen der Ukraine den Soldaten an der Front Mut und Zuversicht dadurch genommen werden, dass bekannt wird, dass sich Politiker u.A. an den Hilfsgeldern für den Kampf der Ukraine zum persönlichen Vorteil bereichert haben. Präsident Selenskyj kann einen kläglichen Rest Vertrauen in seine europäischen Freunde nur noch dadurch retten, dass diese Korruptionsaffaire schnellstens aufgeklärt wird und die Schuldigen einer sehr harten Strafe zugeführt werden. 

Donald Trump hat, sofern er tatsächlich Ambitionen hat als Friedensstifter in die Geschichte einzugehen, keine andere Wahl als sich für einen gerechten Frieden zwischen Russland und der Ukraine einzusetzen. Dieser Frieden muss gewährleisten, dass Landesteile der Ukraine im Osten nicht gegen die Interessen der Bevölkerung abgetrennt, sondern im Rahmen einer Volksabstimmung unter Aufsicht der UN entschieden werden. Gleiches gilt für die Krim. Russland (Chruschtschow) hat nach den WKII die Krim an Russland geschenkt. Dies kann auch nur durch Plebiszit rückgängig gemacht werden. Jede andere Vorgehensweise, die nicht dem mehrheitlichen Willen der Bevölkerung entspricht, wird früher oder später erneut Anlaß für kriegerische Auseinandersetzungen sein.

Heutige Weltpolitik muss immer auch die Auswirkungen für die Zukunft berücksichtigen. Nur dann wird Politik ihrer Verantwortung gerecht.

Rainer Willing, Redaktion gastronomie.de