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Drucken 08-01-2023 | Staat und Gesellschaft

Wer die Zukunft gewinnen will, muss aus der Vergangenheit lernen

Kerken, den 8. Januar 2023

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier kann den Krisen auch Positives abgewinnen. In seiner Weihnachtsansprache drückt er seine Dankbarkeit für die Hilfsbereitschaft der Deutschen aus und findet aufmunternde Worte.

So etwa lauten die wohlmeinenden Kommentare der Medien.

Tut mir leid liebe Medien, von einem Bundespräsidenten erwarte ich klare Worte, die das sagen, was wir in der aktuellen Regierungspolitik vermissen.
Nicht Trost braucht unsere Gesellschaft, sondern konkrete Perspektiven, wie es weitergehen soll.
Weil es daran mangelt und die Bürger deshalb das Vertrauen in die Gestaltungskompetenz der Regierung verlieren, steigt der Frustpegel unablässig an. In dieser Situation ist eine Trostrede ganz und garnicht hilfreich.

Es hat schon Bundespräsidenten gegeben, die konstruktive Worte zur Irrfahrt der Politik fanden. Es muss ja nicht immer eine 'Ruck-Rede' sein, wie die von Roman Herzog vor 25 Jahren.
Diese Rede enthielt u.a. eine Aufforderung sich verstärkt um Globalisierung und technologischen Fortschritt zu kümmern. 15 Jahre später entdeckte auch Kanzlerin Merkel das Internet. Auch sonst sind Roman Herzogs Worte weitgehend ohne Wirkung geblieben.

In der Beratungs- und Einsichtsresistenz der politisch Verantwortlichen - manche sagen "Politikversagen" - liegt der Großteil unserer heutigen Probleme begründet.

Mathematisch kann man solch eine Langfristentwicklung extrapolieren und daraus den künftigen Zustand unserer Gesellschaft ableiten:

Und der sieht überhaupt nicht gut aus:

- Aus dem Parteiensystem heraus wird nicht die Intelligenz unserer Gesellschaft in die Entscheidungsprozesse eingebunden, die wir dringend benötigen, sondern jene Damen und Herren, die glauben in den Parlamenten leichtes Geld zu verdienen.

- In den Ballungszentren bilden sich nicht integrationswillige Subgesellschaften aus.

- Die deutsche Bevölkerung, die den Glauben an die eigene Regierung verliert, wendet sich zunehmend dem Extremismus zu.

Um solchen Perspektiven entgegenzuwirken, war Frank-Walter Steinmeiers  Weihnachtansprache leider nicht geeignet.

Kommentar von Rainer Willing, Redakteur